Livorno
Livorno liegt etwa 20 km südwestlich von Pisa am thyrrenischen Meer und ist die Hauptstadt der gleichnamigen toskanischen Provinz. In der modernen Großstadt leben über 160000 Menschen.
Die Stadt hat eine lange Tradition im Schiffbau und heute werden in der Werft " Cantiere Navale Orlando " große Luxusjachten gebaut. Der Hafen Livornos ist einer der bedeutendsten italienischen Häfen. Im Norddteil werden Ex-und Importgüter verschifft, im südlichen Teil, dem " Porto Medico " nahe der Altstadt, befinden sich die Fähr-und Kreuzfahrtanleger.
Eine Erdölraffinerie und verschiedene Zulieferer für die Industrie haben sich im Norden der Stadt angesiedelt.
Die Geschichte der Stadt reicht bis in die römische Zeit zurück. Im Jahr 1027 wurde die Siedlung das erste Mal erwähnt.
Um 1421 wurde Livorno an die Stadt Florenz verkauft und unter dem Befehl des Kardinals Giulio de Medici ab 1518 Hafenanlagen und eine Festung errichtet. Livorno als Stadt wurde lange keine Bedeutung zugemessen. Erst ab dem Jahr 1571 beauftragten regierende Großherzöge die Architekten Peroni und Buontalienti mit der Stadplanung. Ein schiffbarer Kanal zwischen Pisa und Livorno erweiterte die Handelsmöglichkeiten und so wuchs die Stadt in ihrer Größe und Bedeutung. Mit dem Erlass der "Leggi Livornine " (1590-1603), die jedem Händler Glaubensfreiheit und Immunität zusicherte, wurde Livorno zu einer multikulturellen Stadt mit vielen verschiedenen Glaubensrichtungen, die noch weiter aufblühte, als sie 1675 zum Freihafen erklärt wurde. Sie war ein wichtiger Handelsposten und Zentrum für alte Handwerkskunst.
Im zweiten Weltkrieg wurde Livorno massiv bombardiert und viel historische Bausubstanz ging verloren und konnte nicht wieder hergestellt werden. Heute ist noch die ursprüngliche Stadtanlage aus der Medici-Zeit erkennbar.
Die Altstadt wird vom Festungsgraben" Fosso Reale "eingeschlossen. Die Arkadenstraße "Via Grande", heute der Hauptboulevard mit vielen Geschäften, teilt das Zentrum. An der "Piazza Grande " steht der Dom, der nach seiner Zerstörung nach alten Bauplänen wieder aufgebaut wurde. Im Stadtgebiet sind andere Kirchen nach neuen Bauplanen wieder aufgebaut worden.
Der Stadtteil " Venezia Nuova " mit seinen Kanälen und alten Lagerhäusern, aber auch mit Bauten wie der achteckigen Dominikanerkirche "Chiesa di Santa Caterina", erinnert an die Stadt Venedig.
Auf einem Hügel über der Stadt befindet sich die Klosteranlage "Santuario di Montenero ", seit dem 14. Jahrhundert Pilgerstätte.
Sehenswert sind die vielen Villen aus der " Belle Epoche ", die sich entlang der Uferstraße " Viale Italia" ziehen und die südlichen Stadtteile Ardenza und Antignano. Mehrere Museen, das städtische Theater und die Meeresterasse an der Uferstraße sind Sehenswürdigkeiten, ebenso wie das Wahrzeichen Livornos, das " Monumento Quattro Mori".
Livorno ist eine kosmopolitische Stadt, in der freundliche, aufgeschlossene Menschen leben.

