Toskanisches Stadtleben
Wer an die Toskana denkt, hat oft die Bilder von kleinen verschlafenen Dörfern und den schiefen Turm von Pisa im Kopf. Nicht nur in Florenz gab es für mich viel mehr als das zu entdecken.
Ein besonderes Highlight war der Boboli-Garten. Der Garten, der auch die Heimat einer der größten Skulpturensammlungen Italiens ist, liegt gleich hinter dem Palazzo Pitti. Von seinem höchsten Punkt aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Palast und über die Dächer von Florenz, das nicht umsonst das Athen Italiens genannt wird. Ausgehen von diesem Aussichtspunkt lässt sich ein Spaziergang durch den wunderschön angelegten Garten vorbei an kleinen Seen und den oftmals versteckten Skulpturen unternehmen.
Das wirkliche florentinische Leben lässt sich am besten auf dem Platz vor der Loggia dei Lanzi erleben. Unweit von hier befindet sich die alte Markthalle, die noch in Betrieb ist. Nur zu gerne habe ich mich in den von reger Betriebsamkeit erfüllten Raum gestürzt. An vielen Marktständen kann man exotische Früchte oder hausgemachte Wurst probieren. Wer nach dieser Tour noch immer Hunger verspürt, dem sei ein Besuch der direkt nebenan befindlichen Markt-Küche empfohlen. Dort wird man von der Nonna noch selbst in die Küche geführt und darf sein Lieblingsgericht auswählen und als Nachtisch gibt es leckeres hausgemachtes Tiramisu und das ganze kostet keine 5 Euro.
Gediegener Essen und Trinken lässt es sich in den Cafes uns Restaurants rund um den Piazzala della Signorina. Hier befindet sich auch das Zentrum der Altstadt. Unzählige Eisdielen und Restaurants laden zum verweilen und zum Schlemmen ein. Ein Blick auf die Preisliste ist jedoch äußerst ratsam, denn nur allzu oft wird hier Überteuertes angeboten. Günstiger, aber genauso schön (wenn nicht vielleicht noch schöner) sitzt man in den Seitenstraßen des Platzes. Hier kommen auch Nachtschwärmer voll auf ihre Kosten. Im Sommer kann man in den Straßencafes häufig Livemusik zu seinem Cocktail oder Wein genießen. Gut, wenn das Hotel in der Nähe liegt.
Mein Bedürfnis nach italienischer Hochkultur konnte ich in den zahlreichen Museen, Kirchen und Palästen in Florenz mehr als befriedigen. Vor allem Kirchen aller verschiedener Baustile hat Florenz mehr als genug. Besonders beeindruckt war ich, wie sollte es auch anders sein, von Santa Maria del Croce. Hier finden sich die imposanten Grabmäler von Michelangelo, Macchiavelli, Galileo Galilei und vielen anderen. Auch das Denkmal für den großen Dichter Dante, der mit seiner „göttlichen Komödie“ schon früh den Dialog der Kulturen und Religionen fordertet, findet sich in dieser Kirche.
Aber verlassen wir nun einmal Florenz. Am besten geht das natürlich mit dem Auto, aber auch mit Zug und Bus sind wir prima in Pisa angekommen. Natürlich muss man hier zuerst den berühmten schiefen Turm besuchen. Der ist auch beinahe nicht zu verfehlen, folgt man den Touristenströmen. Leider konnten wir nicht hinaufsteigen und so war es mit dem teuren Ticket nur möglich, die benachbarte Kirche zu besuchen. Eintritt bezahlt werden muss nämlich schon für den Zutritt zum Areal rund um den Turm.
Verlässt man aber dieses Gebiet, verliebt man sich sofort in Pisa. Fernab der Touristenströme lässt sich eine wunderschöne, lebendige Kleinstadt entdecken. Das Gewirr der kleinen Gassen scheint einen schier zu verschlucken und in jeder der vielen Gässchen findet man etwas neues. Vor allem viele kleine Cafes, in denen man für einen Euro den besten Espresso bekommt, den ich je getrunken habe. Und wenn man sich mal verläuft, hilft einem jeder gerne den Bahnhof zu finden, den idealen Ausgangspunkt für weitere Entdeckungstouren oder aber die Heimreise nach Florenz. Die dauert übrigens mit dem Zug nicht mal eine Stunde.

