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Abbadia di Monte Oliveto Maggiore

Das Kloster „Abbazia di Monte Oliveto Magiore“ ist eine Oase der Ruhe und des Friedens. Diese Abtei liegt versteckt inmitten von Zypressen und einer kargen Landschaft. Das Kloster ist gewaltig, doch das erfährt man erst, wenn man diese Abtei aus der Nähe zu sehen bekommt. Viele Touristen fahren achtlos vorbei und wissen gar nicht, welcher Prachtbau ihnen entgangen ist. Es lohnt sich dieses Kloster zu besuchen, hier können Sie die Hektik des Alltags vergessen und den Charme des Klosters genießen. Die Gelassenheit und die Spiritualität der Mönche ist bewundernswert und sie strahlen diese Ruhe auch aus. Die Mönche tragen ein weißes Ordensgewand und gehören zu den „Benediktinern“. Allerdings handelt es sich hier um einen Zweigorden, nämlich den „Olivitanern“. Die strengen Verhaltensregeln werden bis ins Detail eingehalten, es wird konkret nach diesen Regeln gelebt. Auch der Generalabt dieses Ordens hat hier seinen Sitz, die Abtei „Monte Oliveto“ ist das Stammkloster dieses benediktinischen Zweigordens.

Der Kreuzgang von „Abbazia di Monte Oliveto Magiore“

Diese Abtei liegt in Chiusere, einem Ortsteil von Asciano. Steigen Sie hinauf, diese Abtei liegt in luftiger Höhe von 273 Metern. Sie werden belohnt werden, diese „grüne Oase“ liegt eingebettet in eine wilde und karge Landschaft, diese backsteinrote „Festung“ wird Ihnen sofort ins Auge fallen. Sie erreichen ein schweres Tor mit enormen Eisenketten, das mehr an eine Festung, als an ein Kloster erinnert. Das Benediktinerkloster wurde 1313 gegründet und hat bis heute nichts an seinem Glanz verloren. Gleich über dem Eingang sehen Sie beim Eintritt eine Statue der Mutter Maria mit dem Jesuskind und beim Hinausgehen verabschiedet Sie der „Heilige Benedikt“. Diese Statue hat übergroße Hände, deren Herkunft jedoch im Dunkeln bleibt. Bis zum heutigen Tage wurde nicht aufgeklärt, was diese großen Hände für eine Bedeutung haben. Der Gründer des Klosters war damals ein sehr angesehener Bürger, aber „Martin Luther“ bezeichnete ihn als „Narren“, er glaubte nicht an die Bestimmung des abendländischen Mönchtums. Vielleicht hat auch ein Anhänger Luthers die Statue entworfen, der die übergroßen Hände mehr als „Scherz“ angefügt hatte. Der „Heilige Benedikt“ wirkt aber keineswegs entstellt, die Hände passen zu ihm, als hätte er noch nie andere Finger gehabt.

Der Kreuzgang hat zur Berühmtheit des Klosters wesentlich beigetragen. Die dreistöckige Loggia ist mit einem Zyklus aus 36 Fresken geschmückt, diese wandhohen Gemälde zeigen das Leben des „Heiligen Benedikt“ und gelten als die schönsten Fresken der Renaissance. Die Arkadenöffnungen zum Innenhof wurden mit Gitterfenstern verschlossen, die Gemälde mussten ja geschützt werden. Lassen Sie die Geschichte auf sich wirken, der Kreuzgang der Kirche ist wirklich sehens- und erlebenswert. Vergessen Sie nicht, dass Ihnen ein Kunst-Reiseführer die Fresken ganz genau erklären kann, Sie sollten diese Broschüre immer zur Hand haben.

Das Leben hinter Klostermauern

Vielleicht stellen Sie sich das Leben der Mönche recht eintönig vor, nur beten und arbeiten. Aber weit gefehlt, die Mönche haben ein sehr ausgeglichenes Dasein und sehr viel Kontakt zu den Besuchern. Sie betreiben zum Beispiel einen eigenen Olivenhain, dessen Früchte ein wohlschmeckendes Olivenöl abwerfen. Natürlich wird dieses Öl von den Mönchen persönlich hergestellt und in kleinen Souvenierläden verkauft. Selbstverständlich wird der Kiosk ebenfalls von einem Benediktiner-Mönch betrieben, die Mönche sind nicht menschenscheu und verkaufen Ihnen kleine Andenken, religiöse Motive und natürlich ihr selbstgemachtes Olivenöl. Auch der Honig ist sehr empfehlenswert und der Wein ist mehr als wohlschmeckend. Viele Gewürze aus Eigenanbau werden angeboten, die Sie unbedingt probieren und mitnehmen sollten. Die Mönche beherrschen übrigens viele Sprachen, darunter auch Deutsch. Die Verständigung sollte also keine Probleme bereiten, die dort lebenden Mönche sind sehr hilfsbereit und holen sicher einen „Kollegen“, der der deutschen Sprache mächtig ist.

Abbadia di Monte Oliveto Maggiore

Abbadia di Monte Oliveto Maggiore ©TK

Wenn Sie dieses Kloster besuchen, dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass alle „nackten“ Körperteile verdeckt sind. Selbst der kleinste Ausschnitt erregt hier ein Aufsehen, das Seinesgleichen sucht. Sie kommen mit unbekleideten Körperteilen wahrscheinlich gar nicht in die Räume, die Mönche achten sehr auf die Einhaltung der ungeschriebenen Gesetze. Bekommen Sie jetzt keine Panik, auch wenn Sie nichts zum „Verdecken“ dabei haben, das Kloster stellt Ihnen leihweise ein schwarzes Tuch zur Verfügung. Das gilt freilich nur für das Kloster „Monte Oliveto, andere Klöster haben eine freizügigere Regelung. Aber der Respekt vor der Kirche und den Mönchen gebietet es, dass zumindest die Schultern bedeckt sind.

Die Kirche von „Abbazia di Monte Oliveto Magiore“

Die Kirche ist wirklich sehenswert, die weiße Kuppel bildet mit seinen roten Glasfenstern eine starken Kontrast. Dazu gehören zwei kleine Kapellen, die reichlich geschmückt sind. Allerdings sollten Sie einen Termin zur Führung vereinbaren, allein dürfen Sie die Kirche nicht betreten. Die Kirche wurde im frühen 15 Jahrhundert erbaut und bietet Ihnen Gemälde, Säulen und geschnitzte Statuen.

Die Bibliothek von „Abbazia di Monte Oliveto Magiore“

Die große Bibliothek dieses Klosters sollten Sie unbedingt besuchen, hier befinden sich viele seltene Handschriften und Bücher, die schon viele Jahre auf dem Buckel haben. Auch die „Göttliche Komödie“ ist hier untergebracht, es ist allerdings eine Version in Versen in lateinischer Sprache. Die Bibliothek beherbergt unersetzliche Werte, weshalb man viele Bücher nur hinter Panzerglas begutachten kann. Die Bibliothek umfasst auch viele „Inkunabeln“, die natürlich unersetzlich sind. Inkunabeln wurden mit beweglichen Lettern hergestellt, die seinerzeit alle gedruckten Schriften erst möglich machten. Schon der Aufgang zur Bibliothek und der Apotheke ist beeindruckend, ein einmaliges Deckengemälde ziert den Raum und zwingt die Besucher ständig nach oben zu sehen. Auch die Apotheke beinhaltet viele Reichtümer und Arzneimittel, die ausnahmslos von den Mönchen hergestellt werden. Wieder im Hof erwartet Sie ein sehr schöner Laden, in dem Sie Postkarten, Keramik, verschiedene Heiligenbilder, Likör und verschiedene Heilmittel kaufen können.

Sie werden in dem Kloster immer freundlich behandelt, dieser Ausflug lohnt sich. Sie werden viel Spaß haben und der Ort des Friedens wird für immer in Ihrem Herzen bleiben. Für eine Führung in der Landessprache sprechen Sie einfach einen Mönch an, er wird dafür sorgen, dass Sie das Kloster in allen Einzelheiten kennenlernen und dass Sie die Sprache auch verstehen. Manchen Sie sich einen schönen Tag in „Monte Oliveto“, wenn Sie mehrere Tage bleiben wollen, bietet Ihnen das Restaurant eine adäquate Unterkunft. Sie sollten diese Abtei auf keinen Fall verlassen, ohne dem Restaurant einen Besuch abzustatten. Hier können Sie Ihren Hunger stillen und werden „königlich“ bewirtet. Auch „Fleisch“ ist hier sehr empfehlenswert, Sie werden bestimmt nicht enttäuscht.