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Die Toskana – Moderne und Historie in einem

Reisezeiten und Wein

Das ganzjährig milde Klima lädt im Grunde generell dazu ein, die Toskana zu besuchen und zu genießen. Am angenehmsten ist es jedoch von Mai bis September. Davor und danach ist das Wetter oftmals unbeständig; es kann mitunter recht kühl und regnerisch sein. Im Mai ist die Toskana ein einziges grün-buntes Knospen- und Blütenmeer. Wer mit Temperaturen von bis zu 40 °C keine Probleme hat, wird sich auch in den Folge-Monaten wohl fühlen. Ab September wird dieses Paradies auf Erden auch noch mit buntesten Blätter-Farben in eine Art Indian Summer getaucht. Zudem beginnt nun die Zeit der Weinlese und spätestens damit die Zeit des Genusses: Egal, ob mit Brunello di Montalcino (einer der begehrtesten Rotweine Italiens), Nobile di Montepulciano (der Lieblingswein von Papst Paul III), Tignanello (der super-Toskaner), Ornellaia (der große Schatz aus Bolgheri), Sassicaia (verdankt seinen Namen dem steinigen Hang, auf dem er ursprünglich angebaut wurde) oder mit dem wohl bekanntesten und einem der beliebtesten aller Weine, dem Chianti Classico (der Gallo Nero = ‚Schwarzer Hahn’). Auch sehr viele schlichte Tafelweine, die nur kein Gütesiegel erhalten, weil sie die unbeugsamen DOCG und DOC Bestimmungen nicht einhalten, schmecken sehr gut. Es lohnt sich immer, nach ‚Vino da Tavola’ zu fragen, wenn man ein Restaurant oder eine Bar besucht. Auch eine Besichtigung der Weingüter ist sehr zu empfehlen, um dort eine Verköstigung zu genießen. Genauere Auskünfte bezüglich der Öffnungszeiten erteilt die Movimento Turismo del Vino, zum Beispiel auf der Internet-Seite http://www.movimentoturismovino.it/?section=ricerca_avanzata.

Toskanische Küche und sonstige Genüsse

In der Toskana ist es im Grunde wie überall, dass die besten Restaurants die sind, in denen die Einheimischen verkehren. Wer nicht so genau weiß, welches Restaurant er besuchen soll, kann einen Blick durch die Fenster oder auf die davor stehenden Tische und Stühle werfen. Sind dort nur Touristen anzutreffen, kann es sich durchaus lohnen, noch ein paar Meter weiter zu gehen … Zum Beispiel in eine Osteria oder Trattoria, die in einer etwas ruhigeren Seitengasse liegt und nicht in erster Linie darauf ausgerichtet ist, möglichst viele Touristen schnell abzufertigen. Von Italienern besuchte Ristorantes sprechen für sich. Da kann dann auch ruhig mal der Putz von den Wänden fallen oder ein Tisch wackeln. Es wird nichts an der guten Qualität des Essens ändern. In die geschichtliche Wiege der Toskana wurden den Bewohnern gelegt, aus wenig viel zu machen. So hat sich im Laufe sehr vieler Jahre eine Küche entwickelt, die ihresgleichen sucht und weder schmackhafter noch raffinierter sein könnte. Ein typisches Beispiel ist trockenes Brot. Da Brot ursprünglich den Leib Christi symbolisiert, darf es natürlich nicht weggeworfen werden. Also wird es, zusammen mit Gemüsen der Saison und Wasser in einem großen Topf auf Feuer gestellt und köchelt vor sich hin. Daraus entsteht ein köstlicher Eintopf, wie zum Beispiel die Ribollita. Das bedeutet nichts anderes, als „Aufgewärmtes“, schmeckt aber allein schon aufgrund des ständig wechselnden Gemüses wesentlich pfiffiger. Worauf besonders viel Wert gelegt wird, ist, dass sich die Zutaten der Speisen keine gegenseitige Geschmacks-Konkurrenz machen. Was in Anbetracht der nahezu generellen Verwendung von Knoblauch nicht wirklich glaubwürdig klingt, aber dennoch stimmt. Jede Geschmacks-Nuance soll heraus zu schmecken sein. Das bedingt auch, keine Speisen zu zerkochen. Typischerweise wird mit Olivenöl, statt Butter gekocht. Die toskanische Küche kennt bei weitem nicht all die ihr unterstellten Pasta-Gerichte. Es gibt natürlich Ausnahmen. Bewirbt ein Ristorante jedoch auf seiner Karte sämtliche Pasta-Kreationen, die auf diesem Erdball jemals erfunden wurden, hat das nichts mit typisch toskanischer Küche zu tun, sondern ist ein simpler Lockruf an Touristen.

Florenz Stadt

Florenz Stadt @iStockphoto/jozef sedmak

Sehenswürdigkeiten und Wissenswertes

Historisch und kulturell betrachtet sollte zumindest ein Teil des Urlaubs in Florenz und Umland, wie zum Beispiel Siena, geplant werden. In Florenz findet sich im Florentiner Dom die erste freitragende Kuppel der Welt, die von 1420 bis 1434 von Brunelleschi errichtet wurde. Die Toskana darf sich auch über viele Werke ihrer Landessöhne, des Erfinders, Malers und Wissenschaftlers Leonardo da Vinci sowie des Bildhauers Michelangelo freuen und präsentiert diese natürlich äußerst stolz. Die Gegend zwischen Florenz und Siena ist das berühmte Chianti. Wann immer es möglich ist, sollte für Tagesausflüge die passende Buslinie erkundet werden, statt mit dem eigenen PKW zu fahren. Einige Innenstädte dürfen sowieso nicht mit dem Auto befahren werden. Davon abgesehen schont es die eigenen Nerven ganz enorm, wenn man sich fahren lässt. Und die Busverbindungen sind in den meisten Fällen sehr gut. Gegebenenfalls können entsprechende Pläne bei der Hotelleitung oder beim Fremdenverkehrsamt erfragt werden. Wem nach Wasser und Schwimmen zumute ist, der sollte unbedingt die kilometerlangen Strände der Versilia genießen. Ebenso wie die Jungendstil-Gebäude und die elegante Uferpromenade in Viareggio. In Siena darf der Campo, wohl der bekannteste Platz Italiens überhaupt, auf gar keinen Fall ausgelassen werden. Und für Naturliebhaber ist die traumhafte Landschaft von Val d’Orcia (zwischen den mittelalterlichen Orten Montalcino, Bagno Vignoni und den Städchen Pienza sowie Montepulciano gelegen) ein unbedingtes Muss. Auf keinen Fall sollte man einen Toskanaurlaub mit dem rasanten Abgrasen sämtlicher verfügbaren Sehenswürdigkeiten überladen, sondern sich lieber für einen weiteren Urlaub in dieser herrlichen Region ein paar Leckerbissen aufbewahren. Und während man überlegt, welche das sein werden, trinkt man in einer gemütlichen Osteria einen leckeren Cappuccino.

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