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Reise durch die Toskana

Im letzten Jahr überredete mich meine Freundin, sie auf einer Busreise über 7 Tage durch die Toskana zu begleiten. Immer schon wollte ich in die Toskana reisen, die herrliche Landschaft und die wundervollen Städte sehen, deshalb sagte ich spontan zu. Die Fahrt nach Italien war lang, aber nicht so beschwerlich wie ich angenommen hatte. Eine Unterkunft am Gardasee war unser erster Halt. Der folgende Tag brachte uns nach Assisi, deren Altstadt weit schöner war, als ich es mir vorgestellt hatte. Die vielen Paläste, Kirchen und Rundbögen, die Innenhöfe, liebevoll von ihren Besitzern bepflanzt, waren in einem gepflegten Zustand und spiegelten die Hingabe der Bewohner an ihre Stadt wider. Von einem Aussichtsturm bot sich uns ein letzter schöner Blick über Assisi, bevor wir zum Sacro Convento, dem Kloster zu Ehren des Mönchs Franziskus von Assisi, weiterfuhren. Dieser Bau ist wirklich gewaltig. Es scheint fast unvorstellbar zu sein, dass er bereits im 13. Jahrhundert erbaut worden war. Im Inneren der Doppelkirche konnten wir die wunderbaren Fresken bestaunen und die Vita des Franz, welche vom Meister Giotto di Bondone gemalt wurde. In dieser Atmosphäre war es leicht, sich in die vergangenen Zeiten zu versetzen und sich der überwältigenden Wirkung auf die Menschen jener Zeit bewusst zu werden.

Der nächste Tag brachte uns nach Montepulciano zum Weinkeller eines hier ansässigen Winzers. Wir duften den Vino nobile verkosten, während der Winzer uns vieles über den Anbau und die Herstellung erzählte. Da ich die Weine der Toskana liebe, konnte ich nicht widerstehen und habe zwei Flaschen dieser Köstlichkeit erstanden. Danach fuhren wir weiter nach Siena. Hier besichtigten wir den Dom mit der dazu gehörigen Taufkirche und bestiegen dann den Torre del Mangia, den so benannten Rathausturm. Die Aussicht war fantastisch und ohne die Autos und das beständige Klicken der Fotoapparate hätte man sich gefühlt wie im Mittelalter. Wie großartig muss das Pferderennen sein, welches hier in jedem Jahr zwischen den einzelnen Stadtvierteln ausgetragen wird. Unglücklicherweise waren wir nicht zur richtigen Zeit in Siena, um das herauszufinden.

Durch die hügelige Landschaft der Toskana ging es am folgenden Tag nach Florenz. Leider ist ein Tag für diese großartige Stadt viel zu wenig. Die Zeit reichte gerade für eine Stadtführung. Wir begannen an der Piazza San Marco vorbei an der Galeria dell´Accademia zum Palazzo Medici Riccardi. Nach einem Rundgang durch diesen Palast wurden wir vorbei an der Bibliothek Laurenziana und den Kapellen der Medici zum Dom mit dem Baptisterium geführt. Bedauerlicherweise konnten wir diesen nur von außen anschauen. Weiter ging es zur Kirche von Orsanmichele und von da aus zur Piazza della Signoria. Für mich war dieser Platz einer der Schönsten in Florenz. Der Neptunbrunnen, die berühmten Skulpturen und viele wunderschöne Häuser zieren diesen belebten Platz, ebenso wie der grandiose Palazzo Vecchio und die Uffizien. Doch auch hier blieb nur wenig Zeit zum Staunen. Die Führung brachte und zur Ponte Vecchio. Sie ist die älteste Brücke über den Arno und beherbergt viele mehrstöckige Gebäude in denen sich kleine Geschäfte, vor allem Goldschmiede, befinden. Hat man die Ponte Vecchio überquert, kommt man zum Palzzo Pitti. In diesem riesigen Palast sind heute mehrere Museen untergebracht. Anschließend hatten wir genügend Freizeit, so dass ich mir den Boboli Garten, der direkt neben dem Palazzo Pitti gelegen ist, in Ruhe ansehen und genießen konnte. Den letzten Blick auf Florenz genossen wir von der Piazzale Michelangelo. Dann ging es in die Unterkunft.

Ansicht Siena

Ansicht Siena @iStockphoto/Daniel Haller

Am letzten Tag unserer Rundreise durch die Toskana fuhren wir nach Pisa. Wir besichtigten natürlich den weltberühmten Schiefen Turm, den Dom mit der dazu gehörigen Taufkirche, die Piazza die Cavalieri und die riesige Friedhofsanlage Composanto Monumentale. Besonders beeindruckend fand ich Letzteres. Die herrlichen Sarkophage, die Fresken und die vielen anderen Details dieser Anlage haben mich tief beeindruckt. Die letzte Station unserer Rundreise waren die Marmorsteinbrüche und die Werkstätten von Carrara. In der heißen und staubigen Luft der Steinbrüche, wird einem bewusst, wieviel Arbeit es macht, Marmor zu gewinnen. Mit dieser Erkenntnis verließen wir die Toskana und begannen unseren Rückweg nach Deutschland.

Diese Reise hat mich in meiner Leidenschaft für die Toskana nur bestärkt. Doch beim nächsten Mal werde ich nur einen Ort aufsuchen und mir dafür viel Zeit nehmen.

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