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Lucca

Historische Tradition, provinzieller Charme und eine beeindruckende Landschaft – die Stadt Lucca ist ein mittelalterliches Juwel der nördlichen Toskana. Die gesamte Provinz Lucca erstreckt sich über mehrere Gebiete, von der Ebene von Lucca über das im Landesinneren gelegene Serchio-Tal, grenzt mit der Garfagnana im Nordosten an die Emilia Romagna, bis hin zur Versilia am tyrrhenischen Meer. Herz der Provinz ist natürlich die Stadt Lucca, die durch traditionellen Charme, mittelalterliches Flair und eine beeindruckende, gut erhaltene Altstadt ein gefragtes und geschätztes Urlaubsziel ist. Auch für einen Kurztrip bietet sich das mittelalterliche Lucca an. Erfahren Sie hier, was Sie während eines Kurzurlaubs in Lucca unbedingt sehen müssen.

Lucca: italienisches Juwel seit der Antike

Lucca ist eine sehr alte Stadt, die seit der Antike die Geschichtsschreibung mitprägt. Als römische Kolonie wurde Lucca etwa zur selben Zeit wie Luna und Pisa gegründet. Als Herzogsresidenz hatte die Stadt unter den Langobarden das Münzprivileg, durfte also die Münzwährung prägen und in Umlauf bringen. Im 13. Jahrhundert erlangte Lucca vor allem durch die Textilindustrie Reichtum und Einfluss: Seide aus Lucca war in ganz Europa berühmt und galt als unübertrefflich. Die nächsten Jahrhunderte erlebte die Stadt durch Machtwechsel, politische Unruhen, Pfändungen und Verkäufe eine wechselhafte Zeit, bis sie sich 1860 dem Vereinigten Königreich Italien anschloss. Doch dank ihrer zentralen Lage war sie ein stets gefragter Handelsplatz, der zudem von einem berühmten Pilgerweg des Mittelalters, dem Frankenweg, durchquert wurde und so viele Menschen und Reisende anzog.

Ihre heutige Form mit dem von einer zwölf Meter hohen Ziegelsteinmauer eingefassten Wall hat die Stadt erst seit dem 17. Jahrhundert: Im Laufe der Jahre wurde die Stadtmauer zweimal in ihren Grenzen nach außen versetzt. Heute ist die Stadtmauer mit hohen Plantagen bepflanzt, die eine etwa vier Kilometer lange Allee bilden. Im historischen Zentrum erkennt man im rechteckigen Netz noch gut den römischen Straßenverlauf, auch die Piazza San Michele hat die alte Form eines römischen Forums behalten. Auch die Piazza dell’anfiteatro hat bis heute ihre Gestalt erhalten: Früher der Innenraum eines römischen Amphitheaters, sieht man auch heute von außen noch Originalteile des Theaters, obwohl im Inneren längst Häuser mit Verkaufsgeschäften ein marktplatzähnliches Flair versprühen.

Sehenswürdigkeiten in Lucca: Charme, Tradition und Geschichte

Lucca ist eine von Tradition und Geschichte geprägte Stadt. Noch heute müssen Besucher eines der insgesamt sieben Stadttore passieren, um ins Stadtinnere zu gelangen. Neben seiner beeindruckenden Stadtmauer besticht Lucca durch zahlreiche geschichtsträchtige Bauwerke, mittelalterliche Gassen, beeindruckende Plätze und terrakottafarbene Wach- und Stadttürme. Planen Sie Ihren Kurztrips nach Lucca, sollten die folgenden Sehenswürdigkeiten auf jeden Fall auf Ihrer Ausflugsliste stehen:

Die Chiesa di San Frediano

Eines der Highlights in Lucca ist die alte Kirche Chiesa di San Frediano. Bereits von Weitem erkennt man den beeindruckenden Glockenturm, den „Campanile“. Die Kirche befindet sich in der Innenstadt Luccas. Entgegen der üblichen Tradition zeigt die Fassade des Eingangsbereichs der Chiesa di San Frediano in Richtung Osten. Geplant war dies nicht, doch bei Baubeginn (zwischen 1118 und 1147) befand sich in unmittelbarer Nähe eine große Festungsanlage, die es unmöglich machte, das Portal in Richtung Westen auszurichten. Der berühmte Glockenturm befindet sich neben dem östlichen Teil der Kirche und der Blick darauf wird von im Hintergrund liegenden, wunderschönen, grünen Gärten des Palazzo Pfanner umsäumt. Auch das Innere der Kirche ist eine gestalterische Glanzleistung: Romanische Stilmerkmale prägen den Innenraum und das Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert gilt als Herzstück des Bauwerks. Außen ziert die Chiesa di San Frediano ein beeindruckendes Mosaik, das die Himmelfahrt Christi darstellt, aber leider nicht mehr im Originalzustand ist.

Die Chiesa di San Michele

Nächstes Prunkstück der Stadt Lucca: die Kirche Chiesa di San Michele. Sie wurde ab dem Jahr 1143 auf dem Standort eines fast tausend Jahre währenden Gotteshauses gebaut und final erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt. Die Kirche fällt vor allem durch eine viel zu groß erscheinende Fassade auf; Grund dafür ist der nie in die Tat umgesetzte Plan, das Mittelschiff zu erhöhen. Auch die Chiesa di San Michele ist im aufwendigen, romanischen Stil gehalten und durch vier Zwerggalerien und Blendbögen geschmückt. Die Säulengalerie wird von zahlreichen Tierfiguren, Blumen und menschlichen Köpfen geziert und eine Statue des Erzengels Michael krönt die Fassade. Das Innere der Kirche mutet der Form einer alten Basilika an und beheimatet die von Andrea della Robbia geschaffene „Madonna mit Kind“. Die Chiesa di San Michele liegt an der nach ihr benannten Piazza di San Michele, die ein gefragter Treffpunkt für Gäste sowie die Bewohner Luccas ist. In unmittelbarer Nähe, am Corte San Lorenzo, kann man außerdem das Geburtshaus Giacomo Puccinis mit einem kleinen Museum bestaunen.

Lucca

Lucca @iStockphoto/alex yurchenko

Der Dom San Martino

Die Kathedrale San Martino wurde gebaut, um das Volto Santo angemessen zu beherbergen. Die Bauarbeiten des Doms begannen im Jahr 1060, die Kathedrale wurde zehn Jahre darauf eingesegnet. Jedoch sind von Originalbau heute nur noch der frei stehende Glocketurm und die Apsis erhalten geblieben. Guido Bigareli da Como erbaute im 13. Jahrhundert die Westfassade mit ihren zahlreichen, beeindruckenden Dekorationen. Auch Civitali hinterließ seine Spuren im Dom San Martino: 1484 entstand der von ihm für das Volto Santo entworfene Tempel, auch der Altar St. Reguglus und die Kanzel wurden von ihm entworfen. Das Volto Santo ist das „heilige Gesicht“, ein aus Zedernholz hergestelltes Kruzifix, das Erzählungen nach von einem Zeitgenossen Jesu geschnitzt wurde.

Der Dom ist heute eine bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Lucca. Er befindet sich driekt nebem dem Bischofspalast am östlichen Ende der Piazza San Martino und besticht – wie viele der beeindruckenden Bauwerke in Lucca – durch eine außergewöhnliche und reich verzierte Fassade. Die Arkaden der dreistufigen Galerie, die sich über dem dreibödigen Galeriebogen erhebt, sind mit steinernen Ranken, Tiermotiven und geometrischen Formen dekoriert. Diese Bildhauereien setzen sich in weißem, roten und grünem Marmor auch im Inneren der Kathedrale fort. Einmal im Jahr wird in Lucca eine Prozession durch die Innenstadt veranstaltet, um das Volto Santo zu ehren. In früheren Zeiten wurde es auf diesen Prozessionen mitgetragen, heute wird es im Tempel mit wertvollen Schmuckstücken und teurer Kleidung verziert.

Die Villa di Paolo Guinigi & der Palazzo Mansi

Die Villa di Paolo Guinigi ist kein religiöses Bauwerk, bietet aber dennoch eine Fülle an Geschichte und Traditionen: Als Sitz des Nationalmuseums beherbergt die imposante Villa zahlreiche römische und etruskische Malereien und Fundstücke. Sitz des zweiten Nationalmuseums ist der majestätische Palazzo Mansi, der aufgrund seiner wertvollen Ausstattung und ebenso interessanten Fundstücken jährlich zahlreiche Besucher anzieht.

Die Windgrotte – Grotta del Vento

Ein absolutes Herzstück der Provinz Lucca ist auch die Grotta del Vento, die „Windgrotte“. Sie liegt inmitten eines Naturparks in den Apuanischen Alpen und bietet Besuchern Abwechslung von den zahlreichen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Die Grotta del Vento liegt in der Garfagnana, der durch Gebirgs- und Tallandschaften geprägte Teil der Toskana. Vor allem für Naturliebhaber und Wanderfreunde ist es sehr zu empfehlen, da die toskanischen Naturschätze hier wundervoll und abseits der Touristenströme entdeckt werden können. Die Windgrotte ist eine atemberaubende Tropfsteinhöhle, die im öffentlichen Teil mit Zementwegen ausgebaut wurde, um gefahrlos Besichtigungen gewährleisten zu können. Die unterirdische Welt ist von fantastischen Stalagmiten und Stalaktiten, kristallverkrusteten Seen, mehrfarbigen Sinterkaskaden und unterirdischen Wasserläufen gesäumt, die auf fünf verschiedenen Rundwegen besichtigt werden können. Die Touren kosten zwischen neun und 20 Euro pro Person. Übrigens kann ein Besuch der Windgrotte auch wunderbar mit einer Wanderung oder einem ausgedehnten Spaziergang verbunden werden. Wie bereits erwähnt liegt die unterirdische Höhle an einer atemberaubenden Gebirgskette, lässt aber auch einen Blick auf das weite Meer zu, bis hin zu den ligurischen und toskanischen Inseln.

Thermalbäder von Bagni di Lucca

Zur Entspannung empfehlen sich die Thermalbäder von Bagni di Lucca. Von Wäldern und Bächen gesäumt ist die Therme eine wahre Oase der Ruhe und Heiterkeit, die eine leichte Atmosphäre von Renaissance versprüht. Das kalk- und schwefelhaltige Wasser hat seinen Ursprung in Regenfällen und wird durch zahlreiche Erdschichten gefiltert. Das Wasser dringt bis in eine Tiefe von zwei bis drei Kilometern ins Erdreich ein und erreicht dabei eine Temperatur von bis zu 80 Grad. Hier sammelt sich das Wasser und bleibt mindestens 40 Jahre in den Erdtiefen, bevor es langsam mit einer angenehmen Temperatur von etwa 54 Grad wieder zutage tritt.

Lucca: nicht nur für Kurztrips zu empfehlen

Die Provinz und speziell die Stadt Lucca bieten zahlreiche außergewöhnliche, geschichtsträchtige und charmante Bauwerke und beeindrucken durch eine außergewöhnliche Natur. Mitten in der Toskana lässt sich hier eine entspannte und erholsame Zeit verbringen. Doch auch für einen Kurztrip ist Lucca ein tolles Ziel: mit den hier aufgeführten Sehenswürdigkeiten werden Sie das toskanische Städtchen so schnell nicht wieder vergessen. Und vielleicht dehnen Sie Ihren nächsten Aufenthalt hier ja sogar noch aus, um alle Schätze und Geheimnisse der italienischen Region zu erleben – es wird sich lohnen!

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