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Olivenöl aus der Toskana

Die Toskana ist neben der beeindruckenden Landschaft natürlich vor allem wegen ihrer kulinarischen Genüsse bekannt und hierbei ist natürlich besonders das toskanische Olivenöl hervorzuheben, das sehr hochwertig ist. Man spricht im Zusammenhang mit toskanischem Olivenöl sogar vom „Toskana Gold“ und es gibt in der Toskana noch einige Olivenmühlen, die in traditionellen Verfahren Oliven per Hand pflücken, kalt pressen und damit exzellentes Olivenöl herstellen, das auf dem Markt ähnlich wie Wein Spitzenpreise erzielt.

Grundsätzlich ist Olivenöl in der ganzen Mittelmeerregion das am meisten verwendete Öl. Hier wird es für alle möglichen Speisen verwendet und sowohl zum Braten, Backen als auch zum Frittieren verwendet. Die starke Verwendung von Olivenöl in den Mittelmeerregionen und damit auch in der Toskana ist wahrscheinlich hauptsächlich auf den Jahrtausende zurückreichenden Anbau von Olivenbäumen zurückzuführen, wodurch sich der Ölbaum als feste Kulturpflanze
etablieren konnte.

Bereits in der Antike hatte Olivenöl große Bedeutung. In den antiken Quellen wird diese Bedeutung vor allem dadurch hervorgehoben, dass die mutwillige Zerstörung eines Ölbaumes unter hohe Strafen gestellt wurde. Dies hat damit zu tun, dass diese Bäume sehr langsam wachsen und damit, dass das Olivenöl eben bereits damals von sehr großer Bedeutung war. Im antiken Griechenland wird dann auch immer wieder vom regen Handel mit dem Olivenöl berichtet, denn es wurde viel Olivenöl benötigt. Dabei wurde das Öl nicht nur als Nahrungsmittel verwendet, sondern auch zur Körperpflege, zur Wundbehandlung und vor allem als Lampenöl. Man kann sich also vorstellen in welchen Mengen Olivenöl benötigt wurde und dies trieb die Kultivierung dieser Pflanze enorm voran. Hier spielt die Toskana eine wichtige Rolle, denn hier ist der Olivenbaum die am häufigsten vorkommende Baumart, was auf die langjährige Kultivierung zurückzuführen ist. Aus diesem Grund kennen sich die Toskaner eben auch besonders gut mit der Herstellung von Olivenöl aus, denn man muss wissen, dass Olivenöl nicht gleich Olivenöl ist. Es gibt große Qualitätsunterschiede, die sowohl durch die Pflanze selbst als auch durch die Herstellungsverfahren entstehen. Zunächst einmal kommt es bei der Güte eines Olivenöls daher auf die verwendeten Oliven an. Traditionell werden die Oliven handgepflückt, allerdings wird diese teure und aufwendige Handarbeit in vielen Fällen immer stärker durch den Einsatz entsprechender Maschinen ersetzt. Die Produzenten von erstklassigem Olivenöl wie es in der Toskana meist hergestellt wird, bestehen aber natürlich auf den handgepflückten Früchten, denn im Gegensatz zu einer Maschine können Arbeiter genau erkennen welche Früchte reif sind und welche man noch hängen lassen sollte. Dadurch wird natürlich eine bessere Auswahl getroffen.

Nach dieser Auswahl hängt viel von der Herstellung des Olivenöls ab, nämlich der Pressung. Hochwertiges Olivenöl muss kaltgepresst werden und zwar ohne Wärmeeinwirkung. Ist dies der Fall, darf ein Olivenöl den Namen „Extra Vergine“ tragen, was im Deutschen mit dem Titel „Natives Olivenöl Extra“ wiedergegeben wird. Diese Begrifflichkeiten sind Qualitätskennzeichnungen, die Europaweit gelten, so dass man sich darauf verlassen kann, dass man hochwertiges Olivenöl bekommt, wenn man auf diese Auszeichnung achtet. Dazu sollte man wissen, dass kaltgepresstes Olivenöl nämlich trotz der Raffinierung ein reines Naturprodukt bleibt, was bei den meisten anderen Pflanzenölen nicht der Fall ist. Neben dem „Nativen Olivenöl Extra“ ist im deutschen Handel vor allem „Natives Olivenöl“ und „Olivenöl“ zu erhalten, allerdings sollte man beim Einkauf immer auf das „Native Olivenöl Extra“ zurückgreifen, denn nur hier sind sämtliche positive Eigenschaften von Olivenöl zu finden und der Geschmack ist zudem besser.

Olivenöl aus der Toskana

Olivenöl aus der Toskana @iStockphoto/akdemirhk

Insgesamt wird Olivenöl im Übrigen nach einer Europanorm in neun Qualitätskategorien eingeteilt, so dass die Kunden in ganz Europa immer wissen was sie vor sich haben. Hierbei gibt es einige Olivenölkategorien, die in Deutschland nicht verkauft werden, da sie zum Beispiel nicht zum Verzehr sondern zu anderen Zwecken hergestellt werden. Die Farbe von Olivenöl spielt für die Qualität im Übrigen keine Rolle, sondern gibt lediglich Auskunft über die verwendeten Oliven. Die Farbe von Olivenöl kann variieren von grün bis goldgelb. Bei grünem Olivenöl ist das Chlorophyll für die Farbe verantwortlich, während beim gelben Öl das Karotin vorherrscht.

Wie wichtig Olivenöl im Übrigen für den gesamten Mittelmeerraum ist, zeigt sich allein schon daran, dass enorm viele Menschen in irgendeiner Form am Olivenanbau beteiligt sind und das noch heute über 60% der Fettzufuhr in diesen Ländern mit Olivenöl gedeckt wird. Dies gilt natürlich auch für die Toskana, wobei hier der Anteil wahrscheinlich noch höher ist, weil es sich bei toskanischem Öl um solch ein schmackhaftes Produkt handelt, das vielseitig einsetzbar ist.
In Deutschland steigt der Verbrauch an Olivenöl übrigens etwa seit fünfzehn Jahren stetig, was wahrscheinlich an den vielen positiven Eigenschaften von Olivenöl liegt. Olivenöl besteht zu fast 80 % aus einfach ungesättigten Fettsäuren und zu etwas über 10% aus mehrfach gesättigten Fettsäuren. Dies hat natürlich Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel, kann den Blutdruck senken, wirkt gegen freie Radikale und damit gegen bestimmte Krebsarten und hat daneben diverse positive Auswirkungen unter anderem auf die Verdauung, das Gehirn und das Nervensystem. Wer sich also mit Olivenöl ernährt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes und senkt das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Daneben findet Olivenöl auch in immer stärkerem Maße Eingang in die Schönheitsindustrie und wird hier hauptsächlich als Hautpflegemittel verwendet. Ähnlich wie bei Weinen gibt es im Übrigen auch beim Olivenöl diverse Preise und Auszeichnungen, die jährlich die besten Olivenöle der Welt küren. Hier sind immer Olivenöle aus der Toskana ganz vorne mit dabei.