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Mountainbiking in der Toskana

Es gab einmal die Überschrift „Radeln im Paradies“. Das ist schon einige Jahre her, und doch hat diese Überschrift nichts von ihrer Aussagekraft verloren. Gemeint war die Toskana, die damals nur für Radprofis als Trainingsgelände diente. Nicht umsonst, denn alles was Rad fahren zum Vergnügen, aber auch zur Herausforderung macht, findet man hier.

Dies gilt besonders für Mountainbiker, die abseits der öffentlichen Straßen ein Gelände vorfinden, das keine Wünsche offen lässt. Die Tourismusvermarkter der Toskana haben die Radler als neue Zielgruppe entdeckt und ein Angebot geschaffen, das jedem Leistungsstand gerecht wird. Die unzähligen Hügel der Toskana mit leichten, aber auch gewaltigen Anstiegen und atemberaubenden Abfahrten machen lassen des Mountainbikers Herz höher schlagen. Bei der Planung sollte man sich den Frühling und den Herbst aussuchen, um die hochsommerlichen Temperaturen zu vermeiden, aber auch der Natur wegen.

Die beste Jahreszeit für einen Bike-Urlaub in der Toskana ist für gewöhnlich der Frühling, von März bis Anfang Juni, aber auch im Herbst von September bis Anfang November, da die Temperaturen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so hoch sind. Das Frühjahr protzt mit einem Blütenmeer, das gerade auf den Fahrstrecken für unvergessliche Eindrücke sorgt. Und der Herbst lädt zum radlerischen Kulinarium ein, ist es doch die Zeit des Weines und der Jagd auf Wildschwein und Reh. Die Auswahl seines Standortes hängt für den Mountainbiker von seinem Leistungsstand ab. Für Radler mit keiner ausgeprägten Kondition ist Montaione und seine Umgebung genau richtig. Um sich sehr schnell zu Recht zu finden, sollte man im Touristenbüro der Stadt den offiziellen Mountainbike-Führer mit sehr gutem Kartenmaterial erstehen. Das beschriebene Gebiet orientiert sich an den „strade bianche“. Die „weißen Straßen“ führen durch die schönsten Gebiete der Chianti-Weinberge, die mit den Zypressenalleen und den Gutshöfen das typische Toskana-Bild der widerspiegeln. Es werden auch Strecken angeboten, die man mit einem normalen Fahrrad bewältigen kann.

Am beliebtesten unter den Mountainbikern ist die Maremma in der südlichen Toskana. Für den Biker heißt das: wenig befahrene Strassen, erholsame Landschaften, und Wegstrecken, die sich sowohl für die große Lunge als auch für den Anfänger eignen. Nicht umsonst sind hier die besten Radteams der Welt in ihrem Winterquartier. Einige Hotels haben sich völlig auf die Biker eingestellt. Man vermietet Mountainbikes, die übrigens immer auf dem neusten und besten technischen Stand sind, hat einen eigenen Reparaturservice und Masseure, die auch die Profis wieder fit machen.

Auch hier kann man gutes Kartenmaterial bekommen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, geführte Mountainbike-Touren zu machen. Das hat den Vorteil, dass man wesentlich mehr erfährt, mehr sieht und auch die besten Einkehrmöglichkeiten kennen lernt. Doch ein weiterer Höhepunkt ist die Verpflegung in diesen Hotels. Es werden spezielle Menüs für Radfahrer angeboten. Natürlich sind dies viele Pasta-Gerichte, die aber so abwechslungsreich sind, dass man sie jeden Tag essen kann – und nicht zu vergessen, das abendliche Gläschen Wein.

Etwas ganz Besonderes ist die Garfagnana, das „grüne Herz“ der Toskana: dichte Kastanienwälder, viele Bäche und unzählige historische Ortschaften. Garfagnana heißt Natur pur, die durch Naturparks streng beschützt wird. Über 300 Kilometer lang sind die ausgeschilderten Wege für Mountainbike-Touren. Bei der Ausarbeitung der Strecken hat man sehr darauf geachtet, die Natur der Garfagnana hautnah zu erleben zu können. Die kleineren Berge Giovo, Rondinaio und Prato sind auch für die trainiertesten Mountainbiker kein pures Vergnügen mehr. Die Wege führen aber auch in die Canyons des Orrido di Botri, wo man Adler beobachten kann. Wenn man Glück hat, kann man auch Wölfe in freier Wildbahn treffen. Wer sich ruhig verhält, muss auch nichts befürchten.

Mountainbiking in der Toskana

Mountainbiking in der Toskana @iStockphoto/Gorfer

Es gilbt nur wenige Gegenden in Italien, in der die Bewohner selbst für den Erhalt ihrer Landschaft sorgen. So wurden in der Garfagnana streng darauf geachtet, dass Hotels und Ferienhäuser harmonisch und mit viel Sensibilität in die Landschaft eingefügt wurden. Man fährt aber auch über alte Pilgerstraßen, die jedoch überwiegend mit Kopfsteinpflaster belegt sind – und das ist nicht die Sache eines jeden Bikers. Eine Pilgerstraße führt nach San Pellegrino in Alpe, wo sich ein für die Gegend sehr wichtiges Museum befindet: das ethnografische Museum mit einer einmaligen Darstellung der Geschichte Garfagnanas.

Auch in der Garfagnana stehen Bikes zum Verleih zur Verfügung. Ein Tipp: Haben Sie eine Panne, dann scheuen Sie sich nicht, auch in einer Autowerkstatt um Hilfe zu bitten. Die Toskana-Angebote für Mountainbiker sind zwischenzeitlich so groß, dass ständig neue Reiseführer speziell für Biker erscheinen. Deshalb empfiehlt sich, sich vor Reisebeginn in einer Buchhandlung schlau zu machen.