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Die toskanische Küste

Illustre kleine Häuser kleben waghalsig an Felshängen, imposante Wanderwege eröffnen unglaubliche Ausblicke auf das azurblaue Meer: Das ist die toskanische Küste. Fotomotive, die an romantische Wandmalereien erinnern mögen und doch dem Urlauber real wie bizarr schön erscheinen. Die Küste Italiens lockt mit knapp 7.377 Kilometern Küstenlänge. Gut 320 Kilometer davon liegen in der Toskana, einer sehr bekannten Provinz Italiens. Florenz oder Siena sind auf keiner Reiseroute zu verfehlen. Teils ist der Zugang nur von Meeresseite her möglich, mal trifft das erfrischende Meer auf kleine, verträumte Buchten oder Dörfer, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Wer den italienischen Lifestyle, das typische Dolce Vita sucht, wird auch hier fündig. Die Italiener verstehen die Schönheit des Lebens und ihre irdischen Freuden durchaus zu genießen, wenngleich es dem pflichtbewussten Bundesbürger mitunter zu locker und gemütlich werden kann unter Umständen. Dennoch bezaubert die toskanische Küste mit lohnenswerten Fotomotiven, atemberaubenden Sonnenuntergängen und einer Natur, in der es sich getrost zu entspannen lohnt.

Die toskanische Küste gehört zum Tyrrhenischen Meer, das im Norden in das Ligurische Meer übergeht. Übrigens ist das Tyrrhenische Meer nicht nur um Inseln wie Sardinien oder Korsika zu finden, sondern auch um Elba, Giglio, Montecristo und viele andere Inseln, die Teil des toskanischen Archipels sind. Großes Augenmerk hat die hervorragende Wasserqualität der toskanischen Küste, die seit 24 Jahren mit dem Umweltsymbol „Blaue Flagge“ regelmäßig kontrolliert wird. Diese Auszeichnung wird jedes Jahr an besonders schöne und saubere Strände, Buchten und Bootshäfen verliehen. Die Auszeichnung durch die „Blaue Flagge“ weist neben der Wasserqualität auch die Reinheit am Strand und der dort befindlichen sanitären Einrichtungen aus. Zu verdanken ist die kontinuierliche Qualität zum einen, dass es hier kaum Industrieanlagen gibt und das Engagement von Legambiente, einer italienischen Naturschutzorganisation. So sind manchmal Sichtungen von Walen und Delphinen von Ausflugsbooten aus Livorno aus keine Seltenheit, sondern unterstreichen die Wasserqualität eindrucksvoll.

Die Hotspots der toskanischen Küste:

Sonnenanbeter schwören auf den Lido di Camaiore, einem langgestreckten Sandstrand, der sich mit seiner fünf Kilometer langen Strandpromenade bis nach Viareggio zieht. Einst ein einfaches Fischerdorf ist Viagreggio heute ein exklusiver Badeort. An der sehr breiten Fußgängerzone treffen sich Urlauber wie Einheimische in der Stadt des Karnevals zum Abendessen, Flanieren oder Eis essen. Neben sehr gepflegten, aber kostenpflichtigen Badeanstalten findet man nur wenige Strandabschnitte, die öffentlich sind. Der traumhafte Strand lohnt sich aber jede Mühe, ob finanziell oder zu Fuß, denn das Wasser ist hier besonders flach und die Brandung geht sehr weit hinaus. Darum ist der Lido di Camaiore besonders bei Familien mit Kleinkindern beliebt. Hier können die Kleinen und Großen nach Belieben toben, in die Wellen springen oder Sandburgen bauen.

Am Lago di Massaciucoli liegt der Marina di Torre del Lago bei Viareggio. Vor allem die alle Jahre stattfindenden Puccini-Freiluftopern machen den Ort bekannt. Die Freiluftopern, die seit 1930 hier gezeigt werden, gedenken dem Umstand, dass hier der bekannte Komponist Puccini jahrelang gelebt und komponiert. Torre del Lago erfreute sich vor allem in den letzten Jahren immer stärkerer Beliebtheit und ist besonders für das junge Publikum ein angesagter Hotspot.

Nur knapp zehn Kilometer von Pisa entfernt lockt der Badeort Marina di Pisa. Der Schiefe Turm ist das bekannteste Wahrzeichen von Pisa, die eine kleine Studentenstadt ist. Umgrenzt von großen Natursteinrondellen sorgen in Marina di Pisa kleine, sandige Badebuchten für ungetrübte Badefreuden. Wer sich abseits des Badens noch etwas ansehen möchte: Patrizierhäuser aus dem 19. Jahrhundert sind lohnenswerte Ziele für ein kleines Sightseeing an der Zufahrtsstraße aus Pisa. Den Arno entlang gibt es sogar Liegeplätze für Gäste, die mit dem Boot kommen möchten.

Die toskanische Küste

Die toskanische Küste @iStockphoto/Peter Eckert

Traumhafte Ausblicke an der Küste von Livorno:

Wer die kurvige Küstenstraße nicht scheut, wird mit imposanten Panoramablicken der steilen und felsigen Küste reichlich belohnt. An der SS1, der Via Aurelia, lohnt sich ein Stopp in einem der Restaurants. Die etwa teureren Preise nimmt man gern in Kauf, wenn sich während des leiblichen Wohls ein solch köstlicher Blick auf die toskanische Küste bietet. Quercianella, etwas südlich von Livorno, liegt zwischen Felsen und Meer mit seinen kleinen Badebuchten. An de Felsoberflächen entdecken aufmerksame Urlauber gewiss Ausbuchtungen, die an Badewannen erinnern. Tatsächlich haben hier die Römer diesen einfachen Luxus für sich entdeckt und auch die heutigen Touristen wissen die livornischen Wellness-Liegen zu schätzen. Auf der 90 Kilometer langen Küstenlinie der Provinz Livorno liegt Marina di Cecina mit vielen Wassersportmöglichkeiten und einem Bootshafen. Follonica ist eine der längsten und schönsten Buchten des Tyrrhenischen Meeres. Sie reicht von Piombino bis Punta Ala. Die Bucht verführt durch feinsten Sand und atemberaubende Sonnenuntergänge. Besonders außerhalb der Touristensaison ist Roccette mit seinem feinen gelben Sand und eindrucksvollen Felsformationen ein unvergessliches und romantisches Reiseziel.

Castiglione della Pescaia: Die Perle an der toskanischen Küste

Der schönste Küstenort der Toskana ist Castiglione della Pescaia mit seiner bewohnten Burg und unvergleichlicher Sicht auf die vorgelagerten Inseln. Die knapp einen Kilometer lange Strandpromenade ist den Fußgängern vorbehalten und ist Kinderspielplatz und Promenade zugleich. Viele Lokale, Badeanstalten und Eisdielen sorgen für eisiges, leibliches und erfrischendes Vergnügen. Am Bootshafen legen die Fischer an und verkaufen fangfrischen Fisch. Von Tourismusboom profitiert auch Marina di Grosseto mit seinem feinsandigen Strand, der flach ist und weit ins Meer hineinführt. Umgrenzt von kilometerlangen Pinienhainen ist der Strand hier kostenlos zugänglich, aber ohne sanitäre Einrichtungen.

Monte Argentario: Damals wie heute schätzen Römer diesen Ort für Erholung!

Knapp 15 Kilometer entfernt von der SS1 dient die Halbinsel vielen betuchten italienischen Familien als Zweitwohnsitz. Das merkt man auch an den hier üblichen Preisen, aber dafür wirkt alles sauber und rein. Eisdiele und nebenan die Luxusboutique locken ebenso wie eine Bootsfahrt rund um die kleine Insel. Für weniger geübte Freizeitkapitäne ist die Touristentour empfohlen. Von Porto San Stefano aus geht es mehrmals täglich auf die kleine Insel Giglio, die durch das Unglück der Costa Concordia plötzlich in aller Munde war. Sehenswert sind vor allem die mittelalterliche Burg und der tolle Ausblick. Die Burg lädt zu einer Zeitreise, denn die engen Gassen und der Hafen zu Füßen der Burg versetzen die Besucher in vergangene Zeiten.

Versilia: Der Hotspot der VIPs und Partyzone der toskanischen Küste

Im Nordwesten, in der Provinz von Lucca, befindet sich die Versilia. Der Küstenabschnitt ist nach dem gleichnamigen Fluss benannt und rund 20 Kilometer lang. Die Partymeile mit unzähligen Discos, Bars und diversen Lokalen ist auch bei prominenten Gästen sehr angesagt. Hier zeigt man gern, was man hat. Die zentrale Lage lädt zu Ausflügen in historische Städte wie Pisa oder Lucca.

Cinque Terre: Der Golf der Poeten ist besonders im Sommer mehr als überlaufen, aber traumhaft schön!

Bekannt, berühmt, beliebt: Die fünf Dörfer der Cinque Terre sind einer der meistbesuchten Orte an der toskanischen Küste. 80 Kilometer von Genua entfernt, erstreckt sich die Riviera di Levante auf ungefähr 15 Kilometer zwischen Levanto und Portovenere. Neben den pittoresken Postkartenmotiven der Cinque Terre liebt der Gast hier vor allem die intakte Natur und die unmittelbare Nähe zum Meer. Die Menschen hier trotzen dem Berg mühsam ihre Früchte ab. Bei den Spaziergängen hoch über dem Meer vergisst man die Gefahr von möglichen Erdrutschen nach starken Regenfällen, die Touristenschwärme – Heuschrecken gleich – und fühlt sich Gott nahe wie niemals zuvor. „Golf der Poeten“: Der Name ist der vielen Schriftsteller und Maler geschuldet, die sich bei ihren Aufenthalten an der Cinque Terre inspirieren ließen. Vom Zauber dieses Abschnitts der toskanischen Küste spüren Urlauber besonders viel, wenn sie sich von den zeitgestrafften Ausflügen fernhalten und die Orte allein bereisen. Mit viel Muse und ohne straffen Zeitplan offenbart sich ein Idyll. Seit 1998 steht die Cinque Terre unter dem Schutz des UNESCO Welterbe. Wohin man blickt, zeigt sich die Kraft von Wind und Wetter. Terrassenförmige Weinhänge, prächtig blühende Macchia und Olivenhaine prägen die Cinque Terre und ihre zwischen und an Felsen geschmiegte bunte Häuser.

5Terre Wanderweg: Wandern mit eindrucksvollen Panoramablicken

Im Norden startet die Tour von Monteresso al Mare ins majestätische Vernazza. Danach geht es nach Corniglia, Manarola und endet südlich in Riomaggiore. Von Monterosso al Mare bis Riomaggiore liegen zwischen 30 und knapp 150 Minuten zu Fuß dazwischen. Das gut ausgeschilderte Wandergebiet 5Terre führt auch über den berühmten Wanderweg Via dell`Amore von Manarola nach Riomaggiore. Der berühmteste Wanderweg ist die Verbindung von Manarola nach Riomaggiore, die Via dell´Amore, ist ungefähr 1,5 Kilometer lang und im Vergleich zu anderen Wanderwegen der Cinque Terre leicht begehbar. Ihren Namen verdankt die Via dell Àmore der Tatsache, dass junge verliebte Menschen auf diesem Stück ins nächste Dorf zu ihrem Schatz spazierten. Der Weg ist sehr beliebt bei den Wanderern.

Die Wege der Madonnen führen zu den Wallfahrtskirchen der fünf Cinque Terre Dörfer. Die mit teils steileren An- und Abstiegen verbundenen Wanderwege zwischen den Dörfern sollten mit guten Wanderschuhen und Trittfestigkeit begangen werden. Wer es einfacher möchte, nützt die regelmäßige Bahn, die in jedem der Orte anhält. Auch wird der Wein dem steilen Gelände mühsam abgetrotzt. Die Terrassen werden mit Natursteinen befestigt und werden manuell bearbeitet. Wenige Bauern arbeiten mittlerweile mit kleinen Aufzügen für den Transport der Trauben. Der nährstoffreiche Boden und die hervorragende Lage am Meer sorgen für die herausragende Qualität des Cinque Terre Weins, der bereits in der Seerepublik Genua früher sehr gefragt war.